Peter Fischli

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Peter Fischli gehört zu den bekanntesten Künstlern der Gegenwart. Gemeinsam mit dem 2012 verstorbenen David Weiss entwickelte das Künstlerduo ein Werk, das häusliche Gegenstände oder alltägliche Erlebnisse in veränderter und unerwarteter Form wiederkehren lässt. Das Schaffen der beiden, für das sie unterschiedlichste Materialien und Medien wie ungebrannten Ton, Polyurethan, Fotografie und Video verwendeten, setzt sich in spielerischer Unbekümmertheit und lustvoller Täuschung über die Unterschiede von hoher und niederer Kunst hinweg. Ausgangspunkt ist das Alltägliche, das als Paraphrase aufgegriffen wird.

Ursprünglich wenden sich Fischli/Weiss gegen die Conceptual Art, die einen sachlichen Kunstbegriff einzuführen versucht. Sie richten sich aber auch gegen die neue Subjektivität der Malerei in den 1980er-Jahren. 1979 entsteht als Reaktion auf diese Richtungen die Wurstserie als erstes gemeinsames Werk, das in zehn Fotografien im eigenen Kühlschrank arrangierte Alltagsszenen zeigt. Plötzlich diese Übersicht (1981) stellt eine Versammlung von 350 kleinen Tonfiguren dar, die gewöhnliche Begebenheiten humorvoll hinterfragt. Das kleine Künstlerbuch Findet mich das Glück? wurde zum viel übersetzten Bestseller.

In Bregenz zeigt Peter Fischli, der kürzlich mit einer Skulpturenausstellung im Museum of Modern Art in New York vertreten war, neue Arbeiten, die zum Teil speziell für das Kunsthaus Bregenz entwickelt werden. Unter anderem ist ein Video zu sehen, das sich mit der Arbeit der Freizeit beschäftigt, zudem werden Reliefs aus Schaumstoff, aus Karton nachgebildete Gegenstände der Verpackungsindustrie und großformatige Fotografien von Mikrovandalismus im öffentlichen Raum gezeigt. Stets sind Fischlis Werke von präziser Beobachtung, linkischer Kritik und schelmischer Mimikry geprägt.