May B

[VERSCHOBEN] Bregenzer Frühling: Compagnie Maguy Marin

©HerveDeroo

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Sehr geehrte Damen und Herren,


so sehr wir es in normalen Zeiten als unsere vorrangige kultur- und gesellschaftspolitische Aufgabe sehen, Begegnungen mit Kunst und Menschen zu ermöglichen, so sehr sehen wir es in diesen schwierigen Zeiten als unsere absolute Pflicht an, alles zu unterlassen, was die Ausbreitung des Corona-Virus fördern könnte.

 

Deshalb kann der Bregenzer Frühling mit seinen fünf Vorstellungen von März bis Mai 2020 nicht wie geplant stattfinden. Das tut uns nicht nur für Sie leid, die sich sehr darauf gefreut haben, sondern auch für die Compagnien, Tänzerinnen und Tänzer, die von dieser Krise besonders betroffen sind.

 

Das ist die schlechte Nachricht. Doch wir haben auch eine gute Nachricht. Sie müssen dieses Jahr nicht auf Tanz verzichten: Wir verschieben die fünf geplanten Aufführungen in den Herbst.

 

Bitte haben Sie noch etwas Geduld, denn wir koordinieren im Moment gerade die neuen Termine im Festspielhaus. Sobald die Termine fixiert sind, erhalten Sie umgehend eine Nachricht von uns. Alle für das Frühjahr gekauften Tanzpässe und Eintrittskarten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

 

Die Landeshauptstadt Bregenz bedankt sich für Ihre Geduld und für Ihr Verständnis. Wir hoffen sehr, Sie im Herbst alle gesund bei den fünf Tanzaufführungen begrüßen zu dürfen.

 

Für weitere Fragen und Informationen erreichen Sie uns unter kultur@bregenz.at.

Vielen Dank für Ihr Verständnis



„Zusammen ist man weniger allein.“ (Anna Gavalda)


Die Absurdität des menschlichen Lebens hat die französische Choreografin Maguy Marin in zehn Figuren gelegt – ein gefühlsgeladenes Tanzstück aus dem Jahr 1981, voller Zärtlichkeit, Angst und Irrungen.


„May B“ basiert auf den Schriften von Samuel Beckett, der der damals noch unbekannten Choreografin die Adaption seiner Arbeit erlaubte. Die existenzialistische Verlorenheit von Becketts Charakteren klingt wider: Gleich verlorener Clochards streifen die Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne, grunzend und tragikomisch, mit staubigen Gesichtern, unbeholfen, in zarter Lächerlichkeit – sie wirken wie aus dem Nirgendwo in die Welt und das Menschsein gestolpert. Stück für Stück entdecken sie sich und ihre Umwelt, ihre triebhafte Lust ebenso wie subtile Gefühle, begleitet von Franz Schubert und Gavin Bryars sowie einer einzigen Zeile aus Becketts ‚Endspiel‘: „Ende, es ist zu Ende, es geht zu Ende, es geht vielleicht zu Ende.“

Diese Ungewissheit, der die sonderbar-grotesken Protagonistinnen und Protagonisten mit winzigen, intimen und kuriosen Gesten voller Heiterkeit und Absurdität trotzen, wird zum definitorischen Moment von „May B“ – es mag sein, vielleicht.


Der Erfolg des Stückes, das sich über fast vier Jahrzehnte in die Tanzgeschichte einschrieb, erklärt sich vielleicht gerade aus der Zeitlosigkeit der existenziellen Fragen, die es voll intuitiver Stärke und einfühlsamer Komik, antitheatral und zugleich theatral, verkörpert.

Compagnie aus Frankreich


Choreografie: Maguy Marin

Lichtdesign: Alexandre Beneteaud

Musik: Franz Schubert, Gilles de Binche, Gavin Bryars

Kostüm: Louise Marin

Koproduktion: Kompanie Maguy Marin, Maison des Arts de Creteil

Premiere: 4. November 1981, Angers

Dauer: ca. 80 Min. ohne Pause

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