Bow

Bregenzer Frühling: Jeon Misook Dance Company

©Gunu Kim

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„Ist die ‚Verbeugung‘ nur eine willkommene Geste oder hat sie eine tiefere Bedeutung?“


Jeon Misook ist unter den aktuellen Choreografinnen Koreas eine ungewöhnliche Stimme, verweigert sie sich doch konstant und mutig der Erwartung, ständig neue Werke zu produzieren. Stattdessen nimmt sie sich Zeit und unterzieht ihre Kreationen einem anhaltenden Prozess der Verdichtung. Die Basis ihrer Bewegungssprache entstammt dem Ballett, das sie verfremdet und erweitert. Durch Einflüsse aus den asiatischen Kampfkünsten gewinnt es bei ihr einen anderen Duktus, verändert sich in der Farbe. Theatrale Elemente, auch aus dem Repertoire der traditionellen koreanischen Gesten, kommen hinzu.


Misook nimmt in ihrem Werk „Bow“ eine der typischen Sitten ihres Landes unter die Lupe: das Verbeugen. Mal Begrüßungsgeste, mal Respektbezeugung vor Älteren oder hierarchisch Höherstehenden – hinter einer scheinbar schlichten Beugung des Oberkörpers verbergen sich komplexe, für Außenstehende unlesbare Bedeutungszusammenhänge.


In einer tänzerischen Tour de Force hinterfragt Misook diese vielschichtige Form der Kommunikation. Indem sie diese bricht und bis zur Unkenntlichkeit wiederholt, wird aus einem strengen Verhaltenskodex plötzlich etwas unerhört Revolutionäres. Die hochvirtuosen und brillant trainierten Tänzerinnen und Tänzer sind in der Lage, jede Nuance von Misooks Intentionen umzusetzen. Eine absolut lohnenswerte Begegnung mit der zeitgenössischen koreanischen Tanzszene.


Company aus Korea


Choreografie: Jeon Misook

Musik: Kim Jaeduk

Lichtdesign: Kim Junghwa

Kostüme: Choi Insook

Dauer: ca. 65 Min. ohne Pause

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